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Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der neuen Wasserlinie setzt Gilău ein starkes Zeichen für Versorgungssicherheit und nachhaltige Technik in der Region.
Die Trinkwasseraufbereitungsanlage Gilău liegt in der gleichnamigen Ortschaft am nordöstlichen Rand des Apușeni-Gebirges, rund 16,5 Kilometer südwestlich der Stadt Cluj-Napoca. Bereits Anfang der 1970er-Jahre wurde mit dem Bau begonnen – 1973 ging die Anlage in Betrieb. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde sie schrittweise erweitert: zunächst 1978, später noch einmal im Jahr 1995. Heute ist Gilău eine der wichtigsten Anlagen zur Trinkwasserversorgung in der Region.
Mit einer beeindruckenden Kapazität von 228.960 Kubikmetern pro Tag – das entspricht 2.650 Litern pro Sekunde! – versorgt die Anlage rund um die Uhr mehrere Ortschaften mit hochwertigem Trinkwasser. Hauptabnehmer ist die Großstadt Cluj-Napoca, künftig wird auch der angrenzende Landkreis Sălaj mit einer Leistung von 420 Litern pro Sekunde in das Versorgungsnetz eingebunden.
Das Rohwasser stammt aus drei Oberflächenreservoirs: Tarnița als Hauptquelle sowie den Seen Someșul Cald und Gilău. Der gesamte Wassertransport innerhalb der Anlage erfolgt im freien Gefälle – ein durchdachtes Konzept, das den Betrieb besonders energieeffizient macht. Nur das lokale Netz im Ort Gilău wird über eine separate Pumpstation versorgt.
Die eigentliche Wasserlinie umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Behandlungsstufen. Zunächst wird das Rohwasser vorgechlort und anschließend mit Aluminium- und Kalkzusätzen zur Koagulation versehen. In vier parallel geschalteten Mikrofiltrationseinheiten durchläuft das Wasser Trommelfilter mit einer Maschenweite von 80 Mikrometern. Danach folgt die Dekantierung in vier Becken – drei mit einem Durchmesser von 30 Metern, eines mit 48 Metern –, bevor das Wasser in 15 großflächige Schnellfilter aus Beton geleitet wird. Dort wird es in zwei Richtungen durch Sandfilterschichten geführt und bei Bedarf automatisch rückgespült – eine Kombination aus Luft- und Wasserspülung sorgt für die Reinigung der Filtereinheiten. Interessant ist dabei das Rückspülsystem selbst: Das benötigte Spülwasser wird mithilfe von Transferpumpen aus den Speichertanks in einen Hochbehälter gefördert, aus dem es per Schwerkraft wieder zurück in die Sandfilter gelangt.
Nach der Filtration wird das aufbereitete Wasser in drei große Behälter geleitet. Die abschließende Desinfektion erfolgt durch kontrollierte Chlorzugabe in diesen Speichertanks. Von dort gelangt das Trinkwasser über zwei parallel verlaufende Rohrleitungen mit DN1000 und DN1400 im freien Gefälle in Richtung Cluj-Napoca.
Auch der Umgang mit Prozessrückständen ist durchdacht geregelt: Das bei der Rückspülung entstehende Wasser sowie der anfallende Schlamm werden in einer neu errichteten Schlammlinie weiterbehandelt. Hier werden die Rückstände und Schlamm vom Wasser getrennt und das entstehende Wasser wird zurück in die Anlage gepumpt. Dadurch wird eine vollständige Wiederverwendung des Spülwassers gewährleistet – ein geschlossener, ressourcenschonender Kreislauf.
Um die vorhandene Fallhöhe im Zulauf des Trinkwasserwerkes Gilău zu nutzen, wurde ein neues 300 kW – Kleinwasserkraftwerk errichtet. Der erzeugte Strom wird zukünftig einen großen Teil des Stromverbrauchs der gesamten Anlage decken.
Die Anlage Gilău ist ein beeindruckendes Beispiel für robuste Ingenieurskunst, kontinuierliche Weiterentwicklung und nachhaltige Wasserversorgung auf hohem Niveau – nicht nur für Cluj-Napoca, sondern bald auch über die Stadtgrenzen hinaus. Ein besonderer Dank gilt der gesamten Mannschaft, die mit großem Engagement und Fachwissen zur erfolgreichen Realisierung dieses Projekts beigetragen hat.